Hartzkritik

Presse | Europäisches Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung

Betroffene fordern Beteiligung

Zur Eröffnungsveranstaltung der Bundesregierung zum Europäischen Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung fordert die Bundesarbeitsgemeinschaft Prekäre Lebenslagen als bundesweite Interessenvertretung von Armut und Ausgrenzung betroffener Menschen eine aktive Beteiligung armer Menschen an sie betreffenden Entscheidungen.

Ziel des Europäischen Jahres gegen Armut und soziale Ausgrenzung ist, das öffentliche Bewusstsein für die Probleme von Armut und Ausgrenzung betroffener Menschen zu stärken und damit einen Beitrag für eine menschenwürdige Politik gegen Armut zu leisten. Europaweit sind nach Angaben des Europäischen Anti-Armutsnetzwerkes EAPN (European Anti Poverty Network) 79 Millionen Menschen von Armut betroffen, in Deutschland gelten nach Informationen der Nationalen Armutskonferenz 13 Prozent der Bevölkerung als arm, weitere 13 Prozent als armutsgefährdet.

„Von Armut und Ausgrenzung betroffene Menschen benötigen mehr als wohlfeile Worte. Wir fordern, dass wir bei Entscheidungen, die uns betreffen konkret, einbezogen werden. Menschen, die arm sind, sind nicht sozial schwach, denn Armut erfordert mehr soziale Stärke, als in Medien und Politik oft vermittelt wird!

Darauf will das Europäische Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung aufmerksam machen und diese Zielsetzung unterstützen wir als Betroffenenverband. Konkret wehren wir uns gegen pauschale Diffamierungen und fordern, dass Hilfe zur Selbsthilfe unterstützt und anerkannt wird.“ so Jürgen Habich, Vorstand des Dachverbandes unabhängiger Erwerbslosen- und Sozialhilfeinitiativen. „Wir brauchen mehr als wohlfeile Worte auf wohltätigen Veranstaltungen, wir fordern ein echtes Mitspracherecht. Und eine Gesellschaft, die Hilfe zur Selbsthilfe fördert, anstatt sie zu strafen.“ so Habich
weiter.

Die BAG Prekäre Lebenslagen ist Mitglied der Nationalen Armutskonferenz nak und auf
europäischer Ebene im Europäischen Armutsnetzwerk EAPN aktiv.

Andreas Geiger, Pressesprecher BAG Prekäre Lebenslagen
Kontakt: Jürgen Habich: 0151 599 98 581
Andreas Geiger: 0160 983 02 468

(Quelle: Pressemmitteilung der BAG PLESA)

 

Geschrieben am Montag, 01. März 2010
Abgelegt unter Aus der Presse.
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