Hartzkritik

Essener Palette e.V. wie Mülheimer PIA – Aufruf

Nach dem der Umgang bei der Mülheimer PIA (->siehe Berichte dazu unter Eure Beiträge) mit von Hartz IV betroffenen Arbeitslosen bekannt wurde, wird nun aufgedeckt, wie mit den Erwerbslosen bei der Essener Palette e.V. umgesprungen wird. Eigentlich sollen dort insbesondere schwer vermittelbare Erwerbslose für den Arbeitsmarkt fit gemacht werden, doch das gemeinnützige Anliegen entpuppt sich bei näherer Betrachtung wohl ebenso als Geldmaschine, wie die Paritätische Initiative für Arbeit (PIA) in Mülheim/Ruhr.

Nach Aussage eines Betroffenen soll laut Gesetzgeber die Arbeit, zu der die Betroffenen dort herangezogen werden, gemeinnützig sein. Diesem Betroffenen nach sollen dort allerdings Montagearbeiten für den Aldi-Konzern durchgeführt werden. Was das dann mit Gemeinnützigkeit zu tun haben soll, ist in Frage zu stellen.

Besonders Menschen mit psychischen Erkrankungen sollen bei Essener Palette wieder fit gemacht werden. Doch der Umgang mit den Betroffenen sieht alles andere, als positiv aus. Beschwerden, z. B. wenn die Gemeinnützigkeit der Tätigkeiten in frage zu stellen ist, werden angstschürend abgewürgt, mit dem Hinweis, wenn man nicht spurt, ist der Griff zum Telefon nicht weit. Der Sachbearbeiter wird informiert, dass man nicht funktioniere, wie die Essener Palette es wolle und es wird gedroht, man werde aus der Maßnahme entfernt. Sanktionen wären dann die Folge, weil man die Maßnahme nicht beendet hätte.

Das gleiche Spiel kennt man schon von der Mülheimer PIA: Menschen mit Vermittlungshemmnissen kommen kranker aus der Maßnahme, als bei Eintritt! In Mülheim haben sich wegen der Vorkommnisse bei der PIA Erwerbslose zusammengeschlossen und eine Stadtverordnete stellt sich schützend vor die Betroffenen, dass sie eben nicht sanktioniert werden.

Auch für Essen startet Hartzkritik.de den Aufruf, dass sich Betroffene unter info@hartzkritik.de melden und über die Zustände bei der Essener Palette e.V. berichten!

 

Geschrieben am Dienstag, 05. Oktober 2010
Abgelegt unter Aktuelles.
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3 Kommentar to “Essener Palette e.V. wie Mülheimer PIA – Aufruf”

  1. Martin Pernau sagt:

    das sind sicherlich alles nur praktikumsplätze, wo der erwerbslose für den arbeitsmarkt getestet wird.

    natürlich hat niemand wirklich was davon und gelder von arbeitgeber zu leistungsträger will man ja nicht unterstellen, sowas wäre ja illegal

    http://www.youtube.com/watch?v=zAoIRtMBuQE

  2. Tanja Gwiasda sagt:

    Schade, dass ich nicht dahin gekommen bin, denen würde ich echt den Allerwertesten aufreissen, denn sowas lasse ich mir nicht gefallen. Solche Maßnahmeträger aufzumischen wäre genau das richtige für mich. *böse lächel*

    Das Problem ist leider, dass die meisten betroffenen Transferleistungsbezieher einfach nicht genau über ihre Rechte Bescheid wissen. Und wenn dann noch psychische Erkrankungen vorliegen, sind die Betroffenen leider viel zu leicht unter Druck zu setzen, weil sie natürlich Angst haben, eine Sanktion zu bekommen. Eine Kürzung des onehin schon mageren Regelsatzes kann eine Katastrophe sein.

    Bei diesem Maßnahmeträger scheint unverantwortlicherweise mit den schon vorhandenen Ängsten der Maßnahmeteilnehmer gespielt zu werden, dass ist schon echt kriminell und menschenverachtend in meinen Augen!!!

    Leider werden vermutlich die meisten der betroffenen Maßnahmeteilnehmer nicht reden, da sie eingeschüchtert und weiter krank gemacht werden.

    So ein Maßnahmeträger wäre genau das richtige für mich, um da zu recherchieren und die miesen Vorgehensweisen öffentlich zu machen…

    Tanja Gwiasda

    Bund soziales Zentrum Deutschland e.V.
    Regionalgruppe Essen

  3. RA-Motz sagt:

    Das mit der Essener Palette stimmt im vollen Umfang. Ich war selbst dort und es ist viel schlimmer wie es oben beschrieben wird. Da werden nicht nur die Leute ausgenutzt sondern auch noch wie kleine Kinder behandelt. Zu meiner Zeit konnte es eine Frau Krapp besonders gut, aber an mir hat sie sich die Zähne ausgebissen, weil ich nicht krank bin. Die Steuerzahler sollten sich mal überlegen, ob sie Schneeschieber oder andere Gartengeräte bei Aldi kaufen. Der Steuerzahler zahlt die Stellen der 1 Euro-Jober (ca.500€ p.M.), zahlt an der Kasse nochmal was für den Lohn und 19% Steuern. Das Material kommt aus China und Brasilien und kostet nur ein Bruchteil. Wo ist das gemeinnützig? Ich frage mich, warum da noch keine Gewerkschaft oder eine andere Organisation etwas gegen getan hat, denn schließlich verliereren tausende andere ihre Arbeit.