Hartzkritik

Euer Beitrag | Über 35 Jahre gearbeitet und dann nix!

Leider fand ich bis heute kein anderes Forum und möchte mein Anliegen hier sende. Ich bin 58 und meine Frau 60 Jahre alt. Wir haben 1997 den Betrieb meiner Mutter übernommen, da mein Vater verstarb und die Sparkasse mit Ihr die Vertäge ( ca. 2,500 000 DM) wegen des Alters nicht verlängerten. Das war ein Fehler da die Banken nur auf Gewinn aus sind, kamen wir ca. 2008 nicht mehr zurecht. Das Gebäute wurde versteigert und nun leben wir von ALG II.

Wir haben leider bei Geschäftsübernahme auch unsere Altersversorgung und die Lebensversicherung an die Bank abtretten müssen, auch sind alle Ersparnisse in den Betrieb gewandert. Da wir für meine Eigentumswohnung, die zum Glück bei einer anderen Bank finanziert ist, über 600,00 € bezahlen müssen, ist es ein hartes Leben.

Doch eines möchte ich ja von meiner Arbeit behalten.
Ich finde es eine “Sauerei”, wenn man über 35 Jahre gearbeitet hat, auch immer einbezahlt hat für Rente usw. und dann bekommt jeder das gleiche.

Ich denke man müsste doch unterscheiden ob man fast sein ganzes Leben gearbeitet und eingezahlt hat. Der Zustand fängt an wenn jemannd Arbeitslos wird und keine Arbeit findet, ein paar Monate Arbeitslosengeld und dann ab in das Armenhaus.

Fast alle Berichte sind von jüngeren Betroffenen und jeder egal ob jung oder alt wird als Ausbeuter vom Staat abgestempelt. Keiner denkt an die, die Tausende schon bezahlt haben und die leider in einer Region wohnen wo man einen wirtschaftlichen Aufschwung nie merkt. Alles und jeder wird über einen Kamm gezogen und als Laste empfunden.

Merkel und Co haben nur Sorgen das die Reichen reicher werden und die Bedürftigen ob sie gearbeitet haben oder noch keine Chance dazu hatten in den Untergrund zu schieben. Wenn das so weiter geht sind wir bald das nächste Armenhaus. An die Regierung zu schreiben ist sinnlos und Zeitverschwendung am besten wir Betroffenen gehen auch auf die Strassen.

Meine Schreiben an die Regierung waren augenöffnend. Ich schrieb Sie vor ca. 2 Jahren an, als ich hilfesuchend wegen unserem Betrieb mal anfragte (interessiert keine Sau).

Von Frau Merkel bis heute nicht eine Zeile,vom Finanzministerium ein kurzes Schreiben was nichts aussagte, der einzige ob Er oder ein Mitarbeiter es beantwortete ist auch egal, war als er noch im Amt war, Herr Roland Koch ( Hessen), die Antwort mindesten 2 Seiten lang und man sah, die hatten den Brief gelesen und sich Gedanken gemacht und Tipps gegeben, was vielleicht helfen könnte.

In unserem Alter besteht wohl nicht mehr viel Hoffnung und über kurz oder lang hat man keine Bock mehr, wenn man bedenkt es sollt 5 € mehr geben. Aber alles wird teurer und ich möchte Frau Merkel und unsere FDP weltfremden Minister mal sehen, wie die mit ALG II nicht nur mal einen Monat, sonderen mal ein Jahr leben wollen.

Es geht ja nicht nur um Essen usw., wenn z.B der Kühlschrank defekt ist, neue Bekleidung usw. ansteht, das ist ja in ALG II alles dabei.
Klasse, zu wenig zum Leben, zu viel zum Streben und das Sozialeleben in der Öffnetlichkeit ist nicht zu ertagen, man ist wie ein Ausserirdischer.

Ich könnte noch vieles schreiben, doch ich denke einige stimmen mir zu und wenn ich in Rente gehe, geht das Spiel mit Grundsicherung und betteln leider weiter. So hatte ich mir mein Leben im Alter nicht vorgestellt. Man will nicht reich sein, aber in Würde Leben können.

(Eingereicht am 15.11.2010)

 

Geschrieben am Mittwoch, 17. November 2010
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4 Kommentar to “Euer Beitrag | Über 35 Jahre gearbeitet und dann nix!”

  1. Gufty sagt:

    Hallo,
    mein Kommentar dazu ist alles sch….. ich bin jetzt über 61 und habe alles versucht einen neuen Job zu bekommen. Ja 35 Jahre ist gut aber ich war habe damals 13 Jahren na ja es fehlten ein paar Tage zum Wechsel man kann also sagen ich habe 47 Jahre eingezahlt und werde jetzt behandelt, wie jemand der noch nie was bezahlt hat.

    Das ist unsere Soziale politik ala CDU/FDP

  2. BST sagt:

    Hallo und guten Tag,

    ja LEIDER, der Staat muss schauen wo er die Gelder für die/seine Pensionen herkriegt
    und die Arbeitgeber brauchen schließlich ihre Luxusyachten, Zweit- bis Drittautos
    und ähnliches. Ich bin absolut nicht neidisch auf Menschen die mehr haben als ich, aber ich vermisse eine sog. soziale Fürsorgepflicht am Volk. Die einfache Rechnung: Ein Mensch geht, sagen wir mal, bis zu seinem 20ten Lebensjahr zur Schule und wenn er Glück hat, erhält er die Chance auf eine Ausbildung. Dann beginnt der normale Prozess, arbeiten, Geld verdienen, etwas sparen, vielleicht heiraten, in Urlaub fahren .. eben so datt ganz normale Leben führen, dann kommt die 50 Jahre +/- Grenze, und alles ist wieder futsch.
    Kein Arbeitsplatz mehr, das kleine Reihenhaus fällt an den Staat zurück, die Lebensversicherung wird auch wieder einkassiert, Sparguthaben ebenso, und der Mensch wird in die Altersarmut gedrängt. Er geht so “nackt” wie er gekommen ist.
    Ich melde mich wieder.
    Gruß BST

  3. hello sagt:

    Ich bin zwar kein Hartz4-ler, aber Menschen die in Hartz4 geraten haben eine Menge Demütigungen hinter sich, und in Hartz4 bekommen sie dann den Rest. Wer da noch die Kraft hat aufzustehen, dem zolle ich Respekt.

  4. 123 sagt:

    Ich bin auch der Meinung, es müßte ein Arbeitslosengeld abhängig von der Einzahldauer geben. Es kann doch nicht sein, dass jemand, der ein Jahr eingezahlt hat genausoviel bekommt wie jemand der 40 Jahre eingezahlt hat.
    Dem Beitrag von BST kann ich nur zustimmen. Der Staat benötigt viel Geld für die horrenden Beihilfekosten und Pensionskosten seiner Diener. Ekelhaft! Die Hälfte rauswerfen, dann hat man wieder Geld für die Bürger.