Hartzkritik

Presse|Hartz IV ist gleich Hartz IV, hier wird jedem Bedürftigen die Klasse abgesprochen

Angst vor den Bürgern????

Mit dieser Überschrift eines Artikels der NRZ vom 15.06.2011, verfasst von den Schreiberlingen Steffen Tost und Philipp Ortmann, werden Hartz IV Bedürftige wieder einmal mehr in die niederste Sparte gedrückt. Die Herren schreiben hier von früherem Respekt vor Beamten im Obrigkeitsstaat
in dem die Menschen keinen Widerspruch wagten.

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Dazu bedarf es der Klarstellung: Die wenigsten Mitarbeiter der Sozialagentur sind heute noch verbeamtet, wer soll das denn bezahlen? Ferner werden viele der Mitarbeiter heute noch mit einem Jahresvertrag abgespeist, dessen Verlängerung von der Anzahl der Ablehnungen und Sanktionen abhängig ist. Es sind, wenn es hoch kommt, noch Verwaltungsfachangestellte, die auf Bedürftige losgelassen werden. Background gleich null und was sind denn heute noch Gesetze? Nach eigenen Aussagen der sogenannten Casemanager ( man bedenke das dieser Begriff aus dem amerikanischen Gesundheitswesen stammt) werden diese auf ihre Klienten, abgeleitet von lat. Cliens was die Bedeutung Anhänger, Schützling, Höriger bedeutet, angesetzt. Darunter finden sich viele Sparten, Wadenbeißer, manche meinen, auch sie müssten ihr privates Sparschwein mitbringen, Hochnäsige, die ihre eigenen Gesetze nicht kennen und dies auch noch äußern, aber auch nette kompetente Mitarbeiter, mit denen auch ein reibungsloser Ablauf möglich ist. Es handelt sich hierbei definitiv lediglich um SachbearbeiterInnen und Leistungsberechtigte.

Man muss es sich auf der Zunge zergehen lassen, wie Leistungsberechtigte hier dargestellt werden. Ich zitiere:“… sie werden laut, duzen die Mitarbeiter, benutzen Schmähungen und Kraftausdrücke, nehmen sogar drohend Gegenstände in die Hand oder bedrängen die Mitarbeiter regelrecht.“

Also laut NRZ wurden acht Anzeigen in 2010 gegen Leistungsberechtigte erstattet, in 2011 bisher Sechs Anzeigen gegen Leistungsberechtigte. Fragt einmal einer danach, wie viele Klagen durch Leistungsberechtigte vor das Sozialgericht gebracht wurden? Nein, das will keiner wissen, denn dem Volk ist dies völlig egal, sprich den Mitarbeitern der Sozialagentur Mülheim/Ruhr, denn die sind diejenigen, die nicht aufklären, informieren und mit Sanktionen drohen, wenn man nicht nach deren Pfeife tanzt. Dabei sind sie nach § 13 SGB I verpflichtet, Auskünfte zu geben. Natürlich will ich nicht behaupten, dass es den einen oder anderen Leistungsberechtigten gibt, der sich nicht so adäquat benimmt oder ausdrückt, vielleicht auch laut wird und aus der Haut fährt, man sollte sich schon im Griff haben und wissen, die Mitarbeiter müssen sich dem Druck der Übergeordneten beugen. Nichts desto trotz können die Mitarbeiter mit einem vernünftigen Verhalten gegenüber eines jeden Leistungsberechtigten sein Verhalten steuern. Dazu sind viele Mitarbeiter leider nicht in der Lage, da es an Ausbildung und sozialer Kompetenz mangelt. Selbst die Aussage einer Frau von der Leyen degradiert jeden Mitbürger als ungebildeten, unflexiblen, unmobilen Menschen. Ich darf ja gar nicht darüber nachdenken, dann weiß ich doch, warum wir von unseren ausländischen Mitmenschen als Kartoffel bezeichnet werden und damit ist nicht das Medium Couch Potato gemeint.

Wir, die Brücke – Mülheim, haben wahrlich schon Pferde kotzen sehen, fast täglich könnte uns mehr als übel werden bei der unqualifizierten Bearbeitung seitens der Sozialagentur, denn wir begleiten und beraten Leistungsberechtigte auch mittels eines Fachanwaltes für Sozialrecht. Sanktionen wie komplette Leistungssperrung bei Alleinerziehenden oder sogar Schwangeren häufen sich, wobei sich jeder bewusst ist, hier Leib und Leben zu gefährden.

Und dann muss man hier lesen, die Mitarbeiter der Sozialagentur verlieren die Lust an der Arbeit. Wenn ein jeder, Ausnahmen bestätigen die Regel, seine Arbeit vernünftig erledigen würde, würde man sich vieles ersparen können. Aufgrund der andauernden Rechtsverletzungen seitens der Sozialagentur muss man sich nicht wundern, wenn sich das doch so gemeine niedere Volk, sprich der Hartz IV Bedürftige, nicht weiter verdummen lässt.

Natürlich sind hier auch die verschiedensten Bildungsstände zu finden, hoch qualifizierte bis weniger qualifizierte Mitmenschen müssen sich täglich den Gang nach Canossa antun. Der Stein im Magen wird zum Mühlstein weil man genau im Bilde ist, wie einem in der Sozialagentur mitgespielt wird.

Sollte doch die Obrigkeit der Sozialagentur, Herr Ernst, damit meine ich Sie und Ihre nächsten Untertanen Herrn Spieß und Herrn Koniezka, sich einmal Gedanken machen.

Eigentlich könnte man sich nicht mehr leisten als in der sozialen Hängematte zu liegen und sich von asozialen Fernsehsendungen beweihräuchern zu lassen, ach ja, natürlich mit einer Flasche Bier und einer Zigarette. Ich hätte ja fast vergessen, dass jeder Hartz IV Empfänger Konsumgüter süchtig ist.

Wobei man eines sicher sagen muss, nichts von dem was ich hier schreibe ist parteiabhängig, sicher ist aber, dass dieses brisante Thema hochpolitisch ist. Leider ist die Politik derzeit nur von menschlichen Graupen belagert. Hier sollte sich jeder Wähler mal einen Kopf machen und sein Kreuz demnächst an die richtige Stelle setzen. Überlegt euch einmal, wer uns die Suppe einbrockt hat, sollte sie auch auslöffeln. Und dieses Merkelwürdige Verhalten ist so überflüssig wie ein Kropf. Die Wahrheit kann doch heute keiner vertragen.

(Quelle: Pressemitteilung der Erwerbsloseninitiative Brücke – Mülheim, Soziales ohne Zwang)

 

 

 

 

Geschrieben am Sonntag, 19. Juni 2011
Abgelegt unter Aus der Presse.
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