Hartzkritik

Euer Beitrag | “…jetzt fühle ich mich von Ihnen langsam angepisst…”

Aussage einer Mitarbeiterin im ARGE JOBCENTER ERKELENZ:
“…jetzt fühle ich mich von Ihnen langsam angepisst…”

Durch plötzliche Arbeitslosigkeit aufgrund Einsparung kam bei uns für den lf. Monat das allseits bekannte “Zuflussprinzip” zum Tragen. Wir sind eine vierköpfige Bedarfsgemeinschaft. Nachdem mein Lebensgefährte ein Gespräch im Jobcenter bei unserer Sachbearbeiterin hatte, um sich genauer erläutern zu lassen, wieso der Scheck des Arbeitsamtes für diesen Monat am Monatsende gleich mit der ARGE abgerechnet würde, wenn er das letzte Gehalt am 30 Dezember für den geleisteten Monat erhielt um damit im Jan. zu leben. Berechtigte Frage von ihm :” …wie soll der Fehlbetrag eingespart werden, wenn Hartz 4 schon während der sechsjährigen Arbeitsphase zur Aufstockung des notw. Lebensunterhaltes bezogen werden mußte und womit sollen wir im Februar dann noch leben ?”

Daß sei eben so, es folgte Achsel- und Schulterzucken, dann müssen sie den Betrag eben einsparen. Wir reden von knapp 400 Euro und nicht von einem Minimalbetrag!
Die Miete könnten wir ja dann am Ende des Monats überweisen, …mal mit der Vermieterin reden…und ähnliche Vorschläge folgten.
Ein Vorschlag eines Fasses ohne Boden…

Unter anderem gab es persönliche Bemerkungen über meine Person (Haushaltsvorstand der Bedarfsgemeinschaft) die sich eine Sachbearbeiterin einer sogenannten “Kundin” gegenüber nicht herauszunehmen hat. Diese beinhalteten z.B. Aussprüche über ein bestehendes Krankheitsbild bei mir persönlich.
“Ich sei ja schließlich nicht umsonst in psychotherapeutischer Behandlung”…

Als mein Lebensgefährte mir darüber berichtete und daß wir eben schauen müssten, wie wir dieses unverschuldet fehlende Geld einsparen, habe ich versucht das Jobcenter anzurufen, doch wie fast immer war dort leider niemand der den Hörer abnahm während der normalen “Kundenzeiten” Nach mindestens fünf Anrufsversuchen innerhalb der nä. anderthalb Std. habe ich dann eine Email an besagte Sachbearbeiterin geschrieben um einen Antrag auf ein einmaliges Darlehen über den Fehlbetrag zu stellen und auch, um mitzuteilen, dass es nicht sein kann, dass in jener Art und Weise über mich dort geredet wird und daß Sie sich solche Aussprüche bitte in Zukunft nicht mehr herauszunehmen hätte.

Fazit: es folgte eine Einladung für mich und zeitversetzt am selben Tag auch für meinen Partner.

Diese Einladung zum persönlichen Gespräch dort werde ich wohl noch lange in Erinnerung behalten, da die Begrüßung mir der oben angeführten Überschrift begann und mein ihr sogar schriftlich bekanntes ,ärztlich dokumentiertes Problem eines kaum vorhandenen Selbstwertgefühles in diesem Moment extrem aufkommen ließ.

Gott sei Dank habe ich schon einige Therapiestunden hinter mir, so dass ich mich wieder fangen konnte und nochmals versuchte vorzutragen, warum wir einen Betrag in einer solchen Höhe nicht einfach einsparen können und daß es auch trotz geänderter Gesetze sicher noch die Möglichkeit eines zinslosen Darlehens geben würde, was sicherlich auch immer noch im “Ermessen des Sachbearbeiters” liegt.

Besagte Sachbearbeiterin wurde auch mehrfaach lauter , so daß ich während des Gespräches ein paa Mal darauf hingewiesen habe, dass Sie mich meiner Meinung nach in keinster Weise als Kunde behandeln würde.Hinzu kommt, dass die Büroräume in Erkelenz in einem Altbau angeordnet sind. Jeder kann auf dem Flur wartend die Gespräche hinter den einzelnen Türen verfolgen und selbst wenn man noch so bemüht ist nicht hinzuhören, bei normaler Gesprächslautstärke ist alles klar verständlich.Auch darauf sprach ich die Sachbearbeiterin an und daß die ganze Art und Weise WDR- reif sei. Was folgte war ein Achselzucken. “Daß ist halt so…”

Um das Gespräch abzuschließen, äußerte Sie sich dann insofern, dass Sie nochmals mit Ihrem Chef reden würde, ob so ein Antrag bewilligt werden könne.
“Aber ich würde eher mal davon ausgehen, dass dies nicht der Fall ist!”

Eingereicht am 17.01.2012

 

Geschrieben am Mittwoch, 18. Januar 2012
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