Hartzkritik

Falsche Aktionen zur Rettung der Hattinger Tafel

Kunden der Hattinger Tafel planen diverse Aktionen, um die Schließung der Tafel zu verhindern. Hartzkritik.de  berichtete bereits über die drohende Schließung der Hattinger Tafel wegen finanzieller Probleme. In der Hattinger Innenstadt will man auf die finanziellen Probleme des Vereins aufmerksam machen. Die Tafel selber gibt an, über 600 Haushalte zusätzlich mit Lebensmitteln zu versorgen.

Allerdings sieht es nach Streit zwischen Stadt und Tafel aus. Die Stadt Hattingen betont, dass sie finanziell nicht helfen kann und kritisiert, dass die Finanzen der Tafel nicht ausreichend transparent sind. Die Tafel hingegen kontert, dass man gegenüber der Stadt als unabhängiger Verein dazu nicht verpflichtet ist. Im August soll das Thema Tafel auf der Tagesordnung des Hattinger Sozialausschusses stehen.

Von einer Schließung der Hattinger Tafel betroffene Bürger wollen am Samstag den 18.07.2015 Unterschriften und Spenden gegen die drohende Schließung sammeln. Seit der Einführung des sogenannten Hart IV sind Tafeln in ganz Deutschland wie Pilze aus dem Boden geschossen, weil diese Art der sozialen Absicherung den Bedarf von Erwerbslosen, Rentnern und Kranken meist nicht deckt. Diese füllen aus der Not heraus ihren Haushalt mit Lebensmittelgaben der Tafeln auf.

Damit sind Tafel in Deutschland Erfüllungsgehilfen versagender Sozialpolitik. Sie unterstützen einen angstschürenden politischen Willen, der vor allem Betroffene verunsichern soll und so insbesondere Erwerbslose zwingen soll, möglichst jegliche erdenkliche Arbeit zu einem möglichst geringen Lohn anzunehmen. Erwerbslose im Kreis des SGB II sind nicht dem Mindestlohn unterworfen, was eben auch diskriminierende Wirkung entfaltet. Betroffene fühlen sich längst nicht mehr als vollwertige Mitglieder der Gesellschaft.

Die Unterstützer der Hattinger Tafel sollten die Art ihrer Aktionen überdenken, denn die Lebensmittelgaben der Tafel verdecken eine fehlgeleitet Sozialpolitik, die die Tafeln bisher abgemildert haben. So sollte ihr Protest sich gegen den Gesetzgeber und gegen den politischen Willen richten, der diese Art der aktuellen und nicht deckenden Sozialpolitik betreibt. Dies ist wichtiger, als der Erhalt einer Tafel, deren Ursprung eher auf der Versorgung Wohnungs- und Obdachloser lag.

 

 

Geschrieben am Samstag, 18. Juli 2015
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